Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Missionsprokuren wurde 1974 gegründet. Sie versteht sich als loser Zusammenschluss der Missionsprokuren der missionierenden Orden und Gemeinschaften zum Zwecke des Erfahrungsaustausches, der Zusammenarbeit und der Vertretung gemeinsamer Interessen.
Aktuell sind 125 Prokuren in Deutschland in der AG MP als Mitglied eingetragen. Ihre Zuständigkeit richtet sich nach dem jeweiligen ordensrechtlichen Mandat der Gemeinschaften. Die Einbindung in die Entscheidungsgremien der Missionierenden Orden und Gemeinschaften geschieht durch die Mitgliedschaft des Vorsitzenden der AG MP in der VDO-VOD-Kommission „Weltkirche“, in der alle Anliegen der AG MP besprochen werden und Beauftragung für bestimmte Aufgaben erfolgen.
Auf diese Weise können die Prokuratorinnen und Prokuratoren ihren Sach- und Fachverstand in die Gremien des Deutschen Katholischen Missionsrates einbringen.
Gemeinsam und doch autonom |
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| An vielen Orten in der Welt sind die Ordensgemeinschaften die „Visitenkarte“ der katholischen Kirche vor Ort. Gemeinsam und doch autonom, wollen sie ihren Dienst an Menschen tun. Mehr… |
Jean-Paul Muller warnt vor Diffamierung kirchlicher Strukturen
Bonn, den 30. Mai 2011. Im Jahre 2010 haben die deutschen Katholiken 116.327.699,40 Euro für missionarische Zwecke an dt. Ordensgemeinschaften gespendet. Das sind 6,1 Mio. Euro mehr als im Vorjahr (110,22 Mio. Euro) und etwas weniger als im Rekordjahr 2007, als 117,11 Mio. Euro an Spenden und sonstigen Einnahmen bei den missionierenden Orden eingingen. Dies teilte die Arbeitsgemeinschaft der Ordensprokuren am Montag bei der Vorstellung ihres Rechenschaftsberichtes 2010 in Bonn mit. Die 1974 gegründete Arbeitsgemeinschaft versteht sich als loser Zusammenschluss der Missionsprokuren, den Fachstellen der missionierenden Orden, zum Zwecke des Austauschs von Erfahrungen, der Zusammenarbeit und der Vertretung gemeinsamer Interessen.
Aufgrund der geringen Zahl aktiver Missionare in Deutschland und der Überalterung einiger Ordensgemeinschaften übernehmen in den Ordensgemeinschaften immer mehr Laien Führungsverantwortung. Dieser Wandel wird von wichtigen weltkirchlichen Gremien der Kirche bisher ignoriert. Für die Zukunft wünscht sich der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Br., Jean-Paul Muller SDB, eine neue Offenheit in der Zusammenarbeit mit engagierten Laien, deren Arbeit ein entscheidender Beitrag zur Erreichung der 117 Mio. sei.
In einer Stellungnahme wertete Muller das Ergebnis als Vertrauensbeweis in Krisenzeiten. Auch 2010 hätten die Orden den Grundsatz der schnellen Hilfe zuverlässig und gezielt umsetzen können. Gründe dafür lägen in der schlanken Struktur, der Ausgabenminimierung in Verwaltung und Personalbereich sowie im großen ehrenamtlichen Mitarbeiterstamm. Das weltweite Netzwerk der Ordensleute habe im letzten Jahr wieder für schnelle und zuverlässige Information bei Naturkatastrophen (Haiti, Chile, usw.) und bei politischen Unruhen und Kriegen (Pakistan, Elfenbeinküste, usw.) gesorgt. Besorgt zeigen sich die Missionsorden über die wachsende Gewalt gegen Christen: Laut dem Hilfswerk "Open Doors" seien 2010 mehr als hundert Menschen getötet worden, nur weil sie Christen waren. 2011 habe diese Tendenz noch zugenommen.
Muller bezeichnete die moralische Krise, die die katholische Kirche derzeit erlebe, als tiefgreifend. Die Tatsache, dass Ordensleute sich des Missbrauchs von Kindern schuldig gemacht hätten, sei eine große Bürde: Wenn sexuelle und körperliche Übergriffe auf das Konto einzelner Ordensleute gingen und oft schon Jahrzehnte zurücklägen, müssten die Taten schonungslos dennoch offen gelegt und die Täter einer gerechten Strafe zugeführt werden. Es reiche nicht, wenn die Kirche die Opfer nur um Vergebung für das ihnen zugefügte Leid bäte.
Dennoch sollte die notwendige Debatte über das moralische Versagen mancher Vertreter der Kirche nicht den selbstlosen Einsatz und die Opferbereitschaft der allermeisten vergessen machen. Gerade Ordensleute würden in vielen Ländern der Erde das Wohl der ihnen anvertrauten Menschen verteidigen und sich dafür – oft mit dem eigenen Leben – einsetzen. Ein Beispiel dafür sei der Opfergang der sieben Mönche von Tibhirine in Algerien, die 1996 grausam umgebracht wurden.
Muller warnte vor einer Diffamierung kirchlicher Strukturen und der darin engagierten Menschen durch eine Skandalisierung in den Medien. Er freue sich, dass es auch in Deutschland noch Medien gebe, die den weltweiten Einsatz von Ordensleuten im Bereich des Kinderschutzes würdigten.
Jean Paul Muller SDB, Leiter der AGMP www.agmissionsprokuren.de