Die missionierenden Orden und Gemeinschaften der katholischen Kirche gehören zu den großen weltkirchlichen Werken der deutschen Ortskirche.
Deshalb ist es ihre vorrangige Aufgabe die weltkirchliche Weite zur Geltung zu bringen über alle Grenzen hinweg zwischen unterschiedlichen Völkern und Kulturen, zwischen Ortskirchen und Religionen. Dabei stehen sie vor allem auf der Seite der Armen und Armgemachten, sind die Anwälte der Schwachen in der globalisierten Welt und klagen Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und Solidarität ein.
In allen Kontinenten verfügen die Orden über ein weitverzweigtes Verteilernetz das auch in den entlegensten Winkeln der Welt eine sparsame und kontrollierte Verwendung der Spendenmittel möglich macht. Der enge Kontakt mit den Schwestern und Brüdern der eigenen Gemeinschaften, die vielfachen Verbindungen und intensiven Beziehungen mit Gruppen und Bewegungen, Gemeinden und Projekten in den Ländern und Kirchen des Südens garantieren eine wirksame Zusammenarbeit.
Sie nehmen die Herausforderung an, die Vision von einem neuen Himmel und einer neuen Erde wach zu halten, damit die Armen erfahren können, dass Gott sie liebt, und die Reichen erahnen, dass sie zur Gerechtigkeit und zum Frieden beitragen können.
Das Motto des Katholikentages 2006 in Saarbrücken forderte uns als Christen
auf, uns stärker in der Gesellschaft und in unseren Kirchen für „Gerechtigkeit
vor Gottes Angesicht“ einzusetzen. Der gesellschaftliche Wandel in
Deutschland und Europa, aber auch die negativen Folgen der Globalisierung
für die Menschen in den Entwicklungsländern sind Herausforderungen,
denen wir uns heute als Missionsprokuren stellen. Wir alle kennen
Mitschwestern und –brüder, die sich für Gerechtigkeit einsetzen, indem
sie mit und für arme Menschen leben. Sie helfen bei der Bewältigung des
Alltags, bei medizinischen und seelsorglichen Fragen, unterrichten Kinder
und stehen Sterbenden zur Seite. Gerechtigkeit ist ein schweres Ideal, das
jeden Einzelnen fordert, in einer sich ständig verändernden Realität tätig
zu werden. Als Christen können wir uns an der frohen Botschaft orientieren,
die uns Christus verkündet und vorgelebt hat.
Wir haben als Christen derzeit zwei Möglichkeiten: das vangelium
verkünden (missionieren) oder unsere Religion und uns aufgeben
(kapitulieren). Wenn wir uns für Gerechtigkeit einsetzen, dann missionieren
wir, indem wir Zeugnis von einem liebenden, verzeihenden Gott geben,
indem wir aufzeigen, dass in jedem Menschen Gottes Antlitz zum Leuchten
kommt. Deshalb delegieren wir als Missionsprokuren die Aufgabe der
Verkündigung des Evangeliums nicht an unsere Partner, Mitschwestern
und –brüder in der Dritten Welt, sondern unterstützen die missionarischen
Anstrengungen der Kirche in Deutschland, weil auch wir Teil dieser Kirche
sind. „Mission vollzieht sich in unseren Zeiten globaler Vernetzung immer
mehr als ein (wenngleich vielschichtiges) Geschehen. Missionarische
Seelsorge zu Hause und in der Welt sind – nicht nur theologisch, sondern zunehmend auch praktisch – zwei Seiten einer Medaille.“ (Bischof Dr.
Franz Kamphaus,Limburg)
Mit dem vorliegenden Finanzbericht zeigen wir als AG MP lediglich die
monetäre Seite unserer Tätigkeit. Die Zahlen sprechen für sich. Sie sind
ein Beweis für das enorme Vertrauen der Bevölkerung Deutschlands in die
Arbeit der Orden und gottgeweihten Institute – und sie bestätigen die ordnungsgemäße Handhabung der Spendengelder.
Allen, die zu diesem großen Engagement zugunsten der ärmeren und
benachteiligten Mitmenschen auf unserer Erde beitragen, einen herzlichen
Dank!
Bruder Jean Paul Muller, SDB